Geschichte

Ein halbes Dutzend Spiele, eine Vielzahl von Titeln und fast ein Dutzend Formate: Seit mehr als 20 Jahren feiert die Reihe, die im heutigen „Bionic Commando" gipfelt, unzählige Erfolge - und verwirrt unzählige Gamer.

„Commando" erschien erstmals im Jahr 1985 unter dem Namen „Senjo no Okami" („Wolf des Schlachtfelds") in den japanischen Spielhallen. Im ersten Spiel begegneten wir dem Helden Super Joe. Er trat in mehreren weiteren Titeln der Reihe auf und ist auch bei „Bionic Commando" wieder dabei. Den Wandel zur nächsten Generation vollzieht dieser langlebige Held des Gaming natürlich spielend. Im Jahr 1987 wurde das Gameplay um das Kabelschwingen erweitert und der Grundstein für die Entwicklung des heute bei Fans in aller Welt beliebten Spiels wurde in „Top Secret" umbenannt. Super Joe verfügte darin über eine Harpune, mit deren Hilfe er sich durch die Level schwang. Das erwies sich als ausgesprochen hilfreich für einen Helden, der das Springen noch nicht gelernt hatte. Im Westen kam dieses Spiel unter dem Titel „Bionic Commando" in die Spielhallen und Super Joe und die Reihe machten Karriere, als diese Version des Spiels für die Heimcomputer Commodore 64 und ZX Spectrum erschien.

Im darauffolgenden Jahr wurde das Spiel für das NES überarbeitet und in Japan unter dem Titel „Top Secret: Hitler no Fukkatsu" veröffentlicht. Vertraute Elemente aus dem Arcade-Spiel waren hervorragend umgesetzt, doch diesmal war Super Joe Kidnappern in die Hände gefallen, und ein neuer Held (namens Rad, Radd, Lad oder Ladd - eine einheitliche Übersetzung scheint es nicht zu geben) musste ihn retten. In Europa und Amerika wurde die NES-Version von „Bionic Commando" einer der erfolgreichsten Titel der Reihe, unvergesslich auch aufgrund der eigenwilligen Übersetzungen und Überreste der verblüffenden japanischen Story. Gamespot beschrieb das Spiel später als „etwas erwachsender als die meisten Spiele der Zeit - die Gegner scheinen es mit ihren Anschlägen auf den Spieler ernster zu meinen, die Missionen sind härter, und wohl zum ersten Mal ist in einem Spiel Fluchen zu hören." Verdammte Idioten! Obwohl „Bionic Commando" nicht zu den meistverkauften Titeln zählte, denken viele Gamer gerne daran zurück.

Im Jahr 1990 kam die Fortsetzung von „Commando" heraus. „Senjo no Okami 2" eroberte unter dem Titel „Mercs" die Spielhallen Europas und Nordamerikas. In der Übersetzung musste Joe auf das „Super" in seinem Namen und auf seine Harpune verzichten, doch dafür erhielt er einen Nachnamen: Joseph Gibson hatte sich zum Mitglied einer knallharten Antiterroreinheit entwickelt. Gemeinsam mit seinen Kollegen Howard Powell und Thomas Clark wurde er mit der Rettung eines ehemaligen Präsidenten der afrikanischen Republik Zutulu beauftragt. Dieser Titel erschien auch für Segas Konsole Mega Drive (Genesis).
Im Jahr 1992 machte „Bionic Commando" auf dem Game Boy mobil, und auch Rad erhielt einen Nachnamen: Spencer. Wie immer wurden Story und Umgebungen völlig überarbeitet - diesmal ganz futuristisch. Doch dann wurde es still um „Bionic Commando". Super Joe, der Held vieler früher Capcom-Titel, musste einer neuen Generation von Helden weichen: Ryu, Chun-Li und ihren Freunden. Erst im Jahr 2000, nach acht langen Jahren, veröffentlichte NST den Titel „Bionic Commando: Elite Forces" für den Game Boy Color, wieder mit einer neuen Story und diesmal mit einer Frau als zweitem spielbaren Kämpfer. Das Spiel erntete positive Kritiken, konnte der Reihe jedoch keinen neuen Markt erschließen. Fans schienen vergeblich auf eine Fortsetzung zu hoffen, doch dann wurden „Bionic Commando", die erste echte Fortsetzung für die Story des NES-Titels, und „Commando 3" angekündigt, die erste neue Folge zum Herunterladen in der Reihe „Commando/Senjo no Okami " - doppeltes Glück für alle Fans.

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